{"id":124219,"date":"2023-06-15T08:00:00","date_gmt":"2023-06-15T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/furios-campus.de\/?p=45689"},"modified":"2023-06-15T08:00:00","modified_gmt":"2023-06-15T08:00:00","slug":"forschung-vortrage-vernetzung-auch-studis-konnen-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/furios-campus.de\/2023\/06\/15\/forschung-vortraege-vernetzung-auch-studis-koennen-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Forschung, Vortr\u00e4ge, Vernetzung: Auch Studis k\u00f6nnen Wissenschaft!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Erneut und zum 13. Mal wurden Anfang Mai beim <em>Studierendenkongress der Komparatistik <\/em>in Bremen Vortr\u00e4ge gehalten, diskutiert und die Gelegenheit zum lockeren Austausch genutzt. <em>Lisa Damm<\/em> war dabei und hat einiges \u00fcber Literatur und Transnationalit\u00e4t gelernt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"1382\" height=\"706\" src=\"https:\/\/furios-campus.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-13-um-22.21.15.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-45691\" srcset=\"https:\/\/furios-campus.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-13-um-22.21.15.png 1382w, https:\/\/furios-campus.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-13-um-22.21.15-800x409.png 800w, https:\/\/furios-campus.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-13-um-22.21.15-768x392.png 768w, https:\/\/furios-campus.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-13-um-22.21.15-1250x639.png 1250w, https:\/\/furios-campus.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-13-um-22.21.15-400x204.png 400w\" sizes=\"(max-width: 1382px) 100vw, 1382px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die verschiedenen Themen der bisherigen Studierendenkongresse der Komparatistik. Bild: Lisa Damm.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Forschung und Wissenschaft muss und soll nicht nur Sache der Dozierenden und Profs sein. Sie muss auch nicht in hoch akademisierten Rahmen mit Exzellenz-Barrieren und komplizierten Bewerbungsprozessen stattfinden. Nein, sie kann ebenso gut, und das beweist der <em>Studierendenkongress der Komparatistik<\/em> (SKK), von Studierenden und f\u00fcr Studierende organisiert werden. Besonders sch\u00f6n ist die Atmosph\u00e4re des Ausprobierens und Kennenlernens sowie der Austausch \u00fcber die Forschungsthemen der Kommiliton*innen von anderen Universit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie so ein Kongress aussehen kann, haben etwa 18 Studierende der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaften der Freien Universit\u00e4t bei der diesj\u00e4hrigen Veranstaltung zum Thema <em>Literatur und Transnationalit\u00e4t<\/em> in Bremen miterlebt. Im n\u00e4chsten Jahr k\u00f6nnte der Titel m\u00f6glicherweise <em>\u201e<\/em>Studierendenkongress 2024 Berlin \u2013 Literatur und Exzess\u201d lauten, denn wir hatten mal wieder eine spannende Zeit und schon \u00fcber einige wilde Themen-Ideen spekuliert.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von Softporn und Professor*innen auf dem Studi-Kongress<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An insgesamt drei Tagen und drei Standorten fanden die unterschiedlichen Veranstaltungen des Kongresses statt. Je zwei separate und thematisch abgestimmte ein- bis zweist\u00fcndige Panels mit mehreren Vortr\u00e4gen bildeten das Hauptprogramm. Der nach wie vor umstrittene Begriff Transnationalit\u00e4t dient als Ausgangspunkt der Frage, welche Rolle die Literatur in der stetig wachsenden Globalisierung und den dahinterstehenden Prozessen einnimmt. Dabei definiert das Team des SKK Bremen Literatur \u201enicht unter dem Bezugsrahmen der Nation, sondern als immer schon grenz\u00fcberschreitendes Ph\u00e4nomen.\u201d\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Den Startschuss bildete das ironisch lesbare <em>Soft Opening<\/em> durch den Juniorprofessor Jonas Nesselhauf zu Pornographie und Transnationalit\u00e4t ausgehend von der Shakespear- Metapher <em>The beast with the two backs<\/em> \u2013 \u00fcbersetzt in Normalsprache: Sex. Wie vielf\u00e4ltig das skurrile Sinnbild Shakespeares interpretiert und in verschiedensten, internationalen und medialen Kontexten, wie dem stereotypen und softpornartigen Drama <em>The Blue Lagoon<\/em> (1980) aus Italien adaptiert wurde, pr\u00e4sentiert Nesselhauf humorvoll in seinem Vortrag.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im vergangenen Jahr gestaltete sich der Auftakt durch einen Professor, namentlich J\u00fcrgen Wertheimer. Dieser schaffte mit seinem, im Vergleich zu den 20-min\u00fctigen Vortr\u00e4gen der Studierenden, deutlich l\u00e4ngeren Vortrag und der geb\u00fchrenden und umfangreichen Vorstellungsrede der Institutsleiterin eine hierarchisierende Distanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass auch Lehrende an einem Studierendenkongress teilnehmen, kann im Sinne der Interaktion unterschiedlicher akademischer Statusgruppen einen angenehmen Austausch bewirken. Dennoch war es in beiden Jahren interessanter, die Beitr\u00e4ge der Studierenden zu sehen, anschlie\u00dfend dar\u00fcber zu diskutieren und sich in der Kaffeepause bei einem erstaunlich guten Camembert-Schnittchen kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>bis hin zu Vortr\u00e4gen \u00fcber Migrationsliteratur und Erz\u00e4hlstrategien&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besonders einpr\u00e4gsam waren in diesem Jahr ein Vortrag der Studentin Stephanie Siegl, in dem es um die Br\u00fcckenmetapher in lyrischen Texten bez\u00fcglich des Migrationsdiskurses ging und inwiefern die metaphorische Br\u00fccke eine Verbindung oder Trennung darstellen kann, sowie ein Vortrag zum <em>\u201e<\/em>Verstummen und Erz\u00e4hlen in der transnationalen Gegenwartsliteratur\u201d von Miriam Brost. In ihrer Aktualit\u00e4t, der professionellen Vortragsweise und sprachlichen \u00dcberzeugungskraft waren alle Beitr\u00e4ge beeindruckend und konnten durchaus mit Vortr\u00e4gen langj\u00e4hriger Akademiker*innen mithalten. So war auch die angeregte Abschlussdiskussion zu der Frage, was Transnationalit\u00e4t in Verbindung mit Literatur denn nun eigentlich ist, nicht nur aufschlussreich, sondern zeugt au\u00dferdem von der Motivation Studierender, sich in entsprechendem Sujet lebhaft zu \u00e4u\u00dfern. Wenn eine solche Atmosph\u00e4re auch in Diskussionsrunden auf anderen akademischen Veranstaltungen geschaffen w\u00fcrde, k\u00e4men wir einer demokratischen Uni-Struktur ein St\u00fcck n\u00e4her. Mal abgesehen von dem Engagement und den Diskussionen mit FU-externen Studierenden schwei\u00dft so eine gemeinsame Fahrt mit Coworking bis sp\u00e4t in die Nacht oder abendlichen Ausg\u00e4ngen bei ein oder zwei Gl\u00e4schen Wein auch die Studierenden des eigenen Instituts zusammen und sorgt f\u00fcr ein Einfinden und Wohlf\u00fchlen in der Uni.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Da muss doch mehr drin sein!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der SKK kein Einzelfall ist, von der Norm kann hierbei trotzdem nicht die Rede sein. Warum eigentlich? In den Reaktionen auf unseren gemeinsamen Wochenendausflug nach Bremen hat sich ein deutliches Bed\u00fcrfnis nach der Gelegenheit eines solchen Wissensaustauschs und Kennenlernens ge\u00e4u\u00dfert. F\u00fcr das Format des Studierendenkongresses ist es zwar relevant, dass universit\u00e4re Instanzen so wenig wie m\u00f6glich eingebunden sind, um thematische und strukturelle Unabh\u00e4ngigkeit zu erm\u00f6glichen, doch w\u00e4re es im Allgemeinen sinnvoll, integrative universit\u00e4tsinterne Strukturen f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung studentischer Arbeiten zu etablieren. Warum erhalten Studierende so selten und wenn dann meistens in Eigeninitiative und unter sich die M\u00f6glichkeit, ihre Arbeiten vorzustellen? Dominante akademische Hierarchien verhindern einen interaktiven Wissensaustausch, der den Lernenden die Gelegenheit bietet, ihre Interessenfelder ohne gro\u00dfe Hindernisse aktiver auszubauen und zu pr\u00e4sentieren. Gerade die Studierenden, die keine akademische Karriere anstreben, sollten die M\u00f6glichkeit erhalten, ihre Erkenntnisse festhalten und pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Besonders die Kultur- und Geisteswissenschaften bieten, durch die individuelle Pr\u00fcfungsform der Hausarbeiten oder der Projektseminare, die entsprechende Praxis daf\u00fcr. Der wieder einmal gut besuchte Studierendenkongress der Komparatistik zeigt unbestreitbar: Das Engagement sowie die Kompetenz f\u00fcr studentische Beitr\u00e4ge existiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erneut und zum 13. Mal wurden Anfang Mai beim Studierendenkongress der Komparatistik in Bremen Vortr\u00e4ge gehalten, diskutiert und die Gelegenheit zum lockeren Austausch genutzt. Lisa Damm war dabei und hat einiges \u00fcber Literatur und Transnationalit\u00e4t gelernt.<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/furios-campus.de\/2023\/06\/15\/forschung-vortraege-vernetzung-auch-studis-koennen-wissenschaft\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2108,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10270,22509,24209,21193,21194,24210,21273,24211,24212],"tags":[],"class_list":["post-124219","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-campus","category-forschung","category-komparatistik","category-literatur","category-literaturwissenschaft","category-skk","category-studierende","category-studierendenkongress","category-transnationalitat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2108"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124219"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124219\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124220,"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124219\/revisions\/124220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=124219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discomedia.nl\/media\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=124219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}